SoLaVie-Mitgliederversammlung 2014: Wer will noch mitmachen?

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Die Mitgliederversammlung der SoLaVie ist gerade eine Woche alt und schon haben beide Regionalzeitungen in Print und Online-Ausgabe darüber berichtet:

Unser Protokoll wird auch bald veröffentlicht werden (bitte gebt unserer ehrenamtlichen Arbeit etwas mehr Zeit). Dennoch können wir natürlich bestätigen: wir suchen noch weitere Mitglieder, die von ca. April bis Dezember 2015 auch Ernteanteile abnehmen. Die Kosten werden im Bereich von 21  € pro Woche liegen.

Wer noch jemanden aus Offenburg und den Umlandgemeinden sowie Altenheim, Ichenheim, Oberkirch kennt, sollte sie/ihn unbedingt mal darauf ansprechen oder an uns weitervermitteln, damit wir den Kontakt aufnehmen können.

Damit wir 2015 eine solidarische Landwirtschaft in der Ortenau starten können.

FAQ: Wird das Gemüse biologisch angebaut?

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Warum gibt es keinen Chicorée, keine Pilze, kein Brot, keine Wurst und keinen Käse? Wann wird es Zitrusfrüchte geben?

Stichwort Betriebskozept: Unsere Gärtner*innen werden den Acker von Heinz Roth nach ökologischen Kriterien weiterbestellen. Heinz Roth hat diese Fläche bereits über 2 Jahrzehnte nach Bioland-Kriterien bebaut und war auch zertifiziert. Da wir keinen Handel mit der Ernte anstreben werden wir keine Zertifizierung anstreben. Dennoch soll auf mineralischen Dünger, auf Hybridsaatgut und auf jegliche Art von Spritzmitteln, die in der ökologischen Landwirtschaft nicht erlaubt sind, verzichtet werden. Vor allem beim Hybridsaatgut müssen wir Ausnahmen zulassen, da bestimmte Gemüse- oder Salatsorten in samenfester Variante kaum noch zu erhalten sind.

Aufgrund der Gegebenheiten auf der von Heinz Roth und der Gemeinde Altenheim zu pachtenden Flächen werden wir vorerst keine Getreide anbauen und auch keine Tierhaltung, wie z.B. Hühnerhaltung zur Produktion von Eiern, betreiben. Für die Folgeanbaujahre besteht jedoch die Möglichkeit der Kooperation mit einem Landwirt und einer Bäckerin in Ichenheim, die Getreide anbauen und es u.a. zu Brot verarbeiten. Auch die Kooperation mit lokalen Obstanbauern könnte möglich werden.

Handel mit Lebensmitteln, wie z.B. Zitrusfrüchte, ist nicht vordergründig im Sinne einer solidarischen Landwirtschaft, die regionale, saisonale Lebensmittelproduktion unterstützt. Chicorée und Pilze werden im Moment auch nicht angebaut, da dies mit erheblichem Mehraufwand verbunden wäre.

Solange unsere Gärtner*innen nicht alle Sorten, die auf unserem Acker angebaut werden sollen, selbst ziehen, werden wir so gut es möglich ist, auf Setzlinge aus ökologischem Anbau zurückgreifen. Dies hängt oft von der angeforderten Menge an Setzlingen ab oder davon, ob der jeweilige Betrieb diese überhaupt aufzieht.

FAQ: Für welchen Zeitraum binde ich mich?

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Reicht es, mich eine Woche vor dem Erhalt von Gemüse für eine Gemüsekiste anzumelden? Kann ich auch im März oder August dazustoßen? Ich muss in 2 Monaten umziehen, wie kann ich unterjährig kündigen?

Das Solidarische an SoLaVie e.V. ist vor allem, dass die Gärtner*innen, die uns am Leben halten, ein Auskommen mit ihrem Einkommen haben sollen und dass alle Ernteabnehmer*innen über die Jahre hinweg einen mehr oder minder gleichbleibenden Anteil an der Ernte erhalten – im Winter weniger als im Sommer.

Die Gärtner*innen müssen den Anbau planen, damit der Boden optimal genutzt wird, ohne ihn dauerhaft auszulaugen – siehe Betriebskonzept. Die Planung wird in der Regel im Winter vorgenommen, was für die Abnehmer*innen bedeutet, dass während einer Anbauperiode nur wenig Spielraum für Sortimentsänderungen oder -erweiterungen ist. Dies bedeutet auch,  dass während einer Anbauperiode wenig Spielraum für die Steigerung der Gesamt-Ernte möglich ist, wozu z.B. mehr Anbaufläche, mehr Folientunnel oder sogar mehr Gärtner*innen benötigt würden.

Aus diesen Gründen kann grundsätzlich nur zu Beginn des folgenden Kalenderjahres ein neuer Ernteanteil bezogen werden bzw. um weitere Ernteanteile aufgestockt werden. Es wäre nur in sehr kleinem Rahmen möglich unterjährig weitere Abnehmer*innen aufzunehmen. Nun bitte nicht gleich aufgeben, sondern mal weiterlesen und v.a. Kontakt mit uns aufnehmen:

Wenn jemand unterjährig aus beruflichen oder persönlichen Gründen seinen Ernteanteil verringern oder komplett abgeben muss, z.B. Auszug von Kindern, Trennung von Partner*in, Umzug, dann werden wir gemeinsam eine Lösung suchen. Für den Verein würde es bedeuten, dass der Haushalt nicht erfüllt werden kann, wenn eingeplante Anteile nicht bezahlt werden. Für die Abnehmer*in bedeutet es ggf. Ernteanteile zahlen zu müssen und nicht nutzen zu können, da wir momentan eine unterjährige Kündigung nicht vorgesehen haben.

Eine Lösung könnte hierbei sein, dass wir eine Art Warteliste erstellen, auf der Abnahmewillige gelistet werden, die auch unterjährig einspringen könnten, sobald jemand einen seiner Ernteanteile abgeben muss.

Auch für diese Frage gilt wie für alle anderen Fragen: wir haben keine endgültige Antwort, sondern werden uns immer wieder weiterentwickeln müssen, um Lösungen zu finden, die möglichst vielen gerecht werden.

Also in jedem Fall: uns ansprechen oder anschreiben.

FAQ: Wie komme ich an das Gemüse?

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Muss ich ein- oder mehrmals wöchentlich zum Acker fahren, um meinen Ernteanteil zu holen? An welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit kommt das Gemüse zu mir?

Die Antwort: weder noch. Da die Solidarische Landwirtschaft auch den Schaden für Umwelt und Mensch so gering wie möglich halten möchte, wird keine*r zum Acker fahren müssen, um sich seinen Ernteanteil selbst zu holen, noch werden wir es jede*r Abnehmer*in zur Haus-/Wohnungstür bringen. Es wird eine Mischform eingerichtet:

Entsprechend der Wohnorte der Ernteabnehmer*innen werden, unter Beteiligung dieser, Verteilpunkte eingerichtet. Zu diesen Verteilpunkten wird einmal die Woche die Menge an Gemüse und Salat gebracht, die der Summe der Ernteanteile der Abnehmer*innen entspricht, die sich an diesem Verteilpunkt ihren Ernteanteil abholen. Damit jede*r weiß, was in der jeweiligen Woche einem Ernteanteil entspricht, wird auch eine Liste aushängen mit der Mengenangabe für einen Ernteanteil.

Da wir momentan noch nicht genügend Ernteanteilabnehmer*innen haben, um jetzt schon sagen zu können, dass wir am 1.2.2015 starten – unbedingt noch Mitmacher*innen werben – können wir noch nicht sagen, wo Verteilpunkte einzurichten sind. Im Moment gehen wir jedoch davon aus, dass es in Altenheim einen geben könnte so wie ein oder mehrere in Offenburg und deren Teilorte sowie möglicherweise in Schutterwald. Auch in Oberkirch regt sich einiges was für einen Verteilpunkt dort sprechen würde.

Es ist also wichtig möglichst viele Gleichgesinnte zu finden, um einen Verteilpunkt in seiner Nähe zu haben.

FAQ: Muss ich auf dem Acker mitarbeiten?

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In der solidarischen Landwirtschaft tragen mehrere Privat-Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger*innen als auch die Konsument*innen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft.

Quelle: Solidarische Landwirtschaft e.V.

Vordergründiges Ziel ist also die Kosten der Erzeugung von Nahrungsmitteln regional, saisonal und ökologisch zu tragen und die Ernte aufzuteilen.

Eine Mitarbeit auf dem Acker ist im Moment nicht gefordert wird aber eingeplant. Es wird die Möglichkeit geboten, sich an bestimmten Aktionen zu beteiligen. Hierzu wird entsprechend eingeladen. Die Mitarbeit an solchen Aktionen ist freiwillig.

Die Arbeit wird von 2-3 Gärtner*innen (im ersten Jahr sind 2 Vollzeitstellen – also insgesamt 80 Wochenstunden geplant) durchgeführt, die eigenverantwortlich die Arbeit organisieren. Sie stimmen sich mindestens einmal im Jahr, nämlich zum Ende eines Kalenderjahres mit den Mitgliedern über die anzubauenden Sorten und Arten mit den Ernteabnehmenden Mitgliedern ab, um möglichst viele Wünsche erfüllen zu können.

FAQ: Ich habe schon eine Gemüsekiste, warum soll ich bei euch mitmachen?

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Es gibt BürgerInnen, die bereits wöchentlich von einem Landwirt aus der Region Gemüse, Salat und Obst beziehen. Dies ist doch auch schon solidarisch. Warum also sollten diese bei der SoLaVie mitmachen?

  • Weil eine Gemüsekiste nur ein Teil-Schritt von der für die Landwirte risikoreichen selbständigen Landwirtschaft zur solidarischen Landwirtschaft ist, in der alle Beteiligten das Risiko für Ernteausfälle infolge von Unwettern, Krankheiten oder Schädlingsbefall übernehmen.
  • Die solidarische Landwirtschaft möchte, dass alle Beteiligten fair miteinander umgehen und diejenigen, die arbeiten, auch fair entlohnt werden. Sie stellt eine andere Form des Wirtschaftens dar, bei welchem das solidarische Miteinander anstatt des Wettbewerbens in den Vordergrund tritt. Es geht hierbei v.a. darum, dass LandwirtInnen / GärtnerInnen sich gezielter um die naturverträgliche und dennoch ertragreiche Bewirtschaftung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche in unserer direkten Umgebung konzentrieren können und sich nicht auch noch um die Vermarktung kümmern müssen. Solidarische Landwirtschaft ermöglicht die Teilnahme an einem anderen, zukunftsweisenden Landwirtschaftsmodell, das wir nach Meinung vieler dringend brauchen. Dazu gehört auch, dass die VerbraucherInnen in wichtige Entscheidungsprozesse einbezogen werden und Landwirtschaft hautnah erlebt werden kann.
  • Es geht in unserem speziellen Fall auch um die Fortsetzung der biologischen Bewirtschaftung von landwirtschaftlich nutzbarer Fläche.

FAQ: Was bedeutet die Absichtserklärung für mich?

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Wenn ich heute eine Absichtserklärung unterzeichne, welche Kosten kommen dann auf mich zu?

Zuerst mal gar keine, außer den Kosten für die Vereinsmitgliedschaft von 20 € pro Jahr – gerne auch mehr. Wie der Name sagt, ist dies eine Absichtserklärung und noch keine rechtlich bindende Abnahmeverpflichtung. Diese Abnahmeverpflichtung können wir euch erst zum Unterzeichnen vorlegen, sobald wir wissen wieviele Personen denn bereit wären Gemüse und Salat abzunehmen, damit wir die entstehenden Kosten für Lohn, Anschaffungen, Miete und Betrieb rechnerisch und solidarisch aufteilen können. Erst im Rahmen unserer ersten Mitgliederversammlung – voraussichtlich Oktober 2014 – werden wir euch genau sagen können, was auf euch zukommen wird.

Mal ganz grob: Wenn sich 50 als AbnehmerInnen verpflichten, dann müssen wir mit 30 €/Woche rechnen, bei 70 AbnehmerInnen könnten wir mit ca. 20 €/Woche auskommen, vielleicht auch schon weniger.

Desweiteren benötigen wir für Anschaffungen Geld, welches wir in Form von Privatdarlehen oder als einmalige Einlage – die bei Austritt wieder zurückbezahlt wird – von euch erbeten.

Mitgliedschaft beantragen

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Unser Verein wurde mit folgendem Zweck gegründet:

§ 2 Zweck des Vereins

Der Zweck des Vereins ist die Erprobung von ökologischer, klimagerechter und sozialer Landbewirtschaftung, sowie die Vermittlung von Kenntnissen darüber. Dazu gehört auch die Förderung von Biodiversität und regionaler und saisonaler Ernährung, die Förderung von sozialen Beziehungen, solidarischen Organisationsformen, sowie die Schaffung von Bewusstsein für die Auswirkungen von Pflanzenbau, Tierhaltung, Ernährung und deren Produktionsweise auf Natur, Klima und Gesellschaft.

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Verein „SoLaVie“ offiziell gegründet

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Ichenheim – Mit der offiziellen Vereinsgründung wurde an Christi Himmelfahrt – 29.5.2014 – der endgültige Startschuss für eine solidarische Landwirtschaft in der Ortenau abgegeben. 2015 ist die erste Anbausaison geplant. Der Verein ist noch auf der Suche nach Interessenten für die gemeinsame Gemüseproduktion.

Das „SoLaVie“-Projekt macht mit der Vereinsgründung einen großen Schritt auf dem Weg hin zu einem gemeinschaftlich organisierten Gemüseanbau im Ortenaukreis. Damit ist nun die rechtliche Grundlage gelegt, auf Basis derer sämtliche weiteren Schritte unternommen werden können.

Solavie-2014-05-29 Tanz_auf_dem_Acker 2
SoLaVie-GründerInnen begrün(d)en den Acker

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