Zum 10-jährigen SoLaVie-Jubiläum

eingetragen in: Texte über SoLaVie

Jubiläumslied von Julia in Anlehnung an „Aurélie“ von Wir sind Helden

SoLaVies Gemüs ist ohne Frage sehr charmant.
Selbst Kohl im März wird hier als wunderbar erkannt.
Doch Gemüse ist nur Mittel,
um zu zeigen was denn bitte
unser Beitrag zur Ernährungswende ist:

SOLAVIE – mit Garantie
sind wir heute schon bereit für Ernährungsgerechtigkeit

SoLaViee – in Aldene da fallen wir auf
manchmal zwei Frauen auf nur einem Traktor drauf
das ist Grund zu jubilieren,
Gesellschaftsordnung korrigieren,
doch 10 Jahre reichen dazu noch nicht aus!
Ach SolaVie in Deutschland braucht Bewegung Zeit…
Hier ist man nach Tagen erst zum ersten Schritt bereit
Die nächsten Wochen wird gesprochen,
sich aufs Gründlichste berochen
und erst dann nähert man sich einander an.

SOLAVIE – mit Garantie
ist es für uns alle mehr wie eine Lebensphilosophie 🙂

SoLaVie, so einfach ist das eben nicht
hier haben andere Worte ein ganz anderes Gewicht:
Arbeit beginnt, wo viele reden,
diskutieren und abwägen,
welches die bester aller Lösungen sein kann?!
Ach SoLaVie, du sagst ich solle dir erklären,
wie in aller Welt sich die Menschen dann ernähren?
Wenn wir weiter alles geben,
werden wir noch viel bewegen,
wart‘s nur ab wie unser Acker Schule macht!

SOLAVIE – mit viel Profil
schön, dass ihr mit dabei seid,
sonst wären wir noch nicht so weiiiit!

72-Stunden-Aktion

eingetragen in: Aktionen, Nachrichten vom Acker

Es ist vollbracht!

72 Stunden Aktion im Regen-Hagel-Sonnenschein-Aprilwetter und am Ende ist unser Acker-Eingangsbereich neu strukturiert und soll verschiedenen Tierarten von Wildbiene bis Igel als Unterschlupf und Nistmöglichkeit dienen. Es wurde ein Sandarium angelegt, in dem erdnistende Wildbienen ihre Gänge in den Sand bauen können und daneben ein ziemlich gigantischer Lebensturm, der auf vier Ebenen Nistplätze und Versteckmöglichkeiten bietet.

Gebaut wurde das alles von Jugendlichen aus Neuried zwischen 9 und 15 Jahren aus der Jugendfeuerwehr, dem Jugendkreis und der Firmungsvorbereitung, unterstützt von unserem Anbauteam inklusive Heinz, den Teamern der 72-Stunden-Aktion und finanziell unterstützt von der BUND Ortsgruppe Neuried und weiteren diversen kleinen Spenden. 

Dickes Danke!

Synergien im Frühbeet

eingetragen in: Nachrichten vom Acker

von Julia

Sonnenenergie tut uns allen gut. Und im Anbau versuchen wir die Sonnenenergie zur Verfrühung unseres Gemüses in den Gewächshäusern zu nutzen. Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, die Anzucht eigener Jungpflanzen zu erweitern.
Einen Teil der Jungpflanzen bekommen wir von einem Jungpflanzen-Lieferanten in Torftöpfchen geliefert. Da bis 2030 kein Torf aus Moorböden für die Landwirtschaft mehr entnommen werden soll, wollen wir die Pflanzen selber in torffreier, regional produzierter Erde anziehen. Dafür benötigen wir aber besonders jetzt im Frühjahr höhere Temperaturen als in unseren Folientunneln. Deswegen haben wir über den Winter einen gebrauchten Folientunnel installiert, in dem wir uns zusätzlich zur Sonnenenergie auch noch die Wärmeenergie der Mistumsetzung zunutze machen: ein sogenanntes Frühbeet.

Hierzu haben wir eine 9m² große Fläche ca. 40cm tief ausgehoben, Steinplatten gegen Beikräuter am Rand angebracht und die Grube wieder mit frischem Pferde- und Kuhmist befüllt. Dieser erhitzte sich am Anfang der Umsetzung (Kompostierungsprozess) und hält jetzt einige Wochen über 20 Grad Bodentemperatur. Es liegt eine kleine Erdschicht obenauf, die die Pflanzen durchwurzeln können.

Mit Frühbeetscheiben aus der Solavie Mitgliedschaft gesponsert (danke Engelbert) wird das Beet nun abgedeckt und die Mistwärme von unten sowie die Sonnenenergie von oben zum Warmhalten der Pflänzchen genutzt, ein kleiner Jungpflanzenkindergarten sozusagen. Tomaten, Paprika, Aubergine und Zucchini gefällt es darin schon richtig wunderbar und auch Fenchel und Frühlingszwiebeln mögen die Temperaturen über 20 Grad gerne.

Wenn die Fruchtgemüse dann größer werden, werden sie im Gewächshaus untergebracht (danke Heinz), bis sie dann mit eurer Hilfe in die großen Gewächshäuser gepflanzt werden.

Hinweis zu Sauberkeit von unserem Gemüse

eingetragen in: Ernteanteile, Nachrichten vom Acker

Wir möchten euch nochmal darauf hinweisen, dass man all unser Gemüse vor dem Verzehr waschen sollte. Wir haben kein Trinkwasser, nur Grundwasser, zum Waschen. Auch können wir nicht garantieren, dass unser Gemüse nicht mit Tieren des Ackers (Igel, Hasen, Mäuse, Vögel, etc.) in Kontakt kam.

Rein rechtlich müssen wir euch darauf hinweisen, dass unser Gemüse nicht als „verzehrfertig“ gilt. Beim Feldsalat merkt man es wahrscheinlich besonders, den bekommen wir mit unserer Gemüsewaschanlage nicht so richtig sauber.

Ein Monat bei der SoLaVie Offenburg/Ortenau

Ein Praktikumsbericht von Johanna

Hallo zusammen!

Falls mich noch nicht alle kennen – ich heiße Johanna, bin 20 Jahre alt, komme aus der Nähe von Bremen und durfte den Oktober über Praktikantin bei euch – der SoLaVie Offenburg/Ortenau – sein. Meine Motivation, dieses Praktikum zu machen, kam daher, dass ich während meines einjährigen Freiwilligendienstes in Costa Rica in das Gärtnern und die Landwirtschaft schnuppern durfte und dadurch immer mehr Interesse dafür entwickelt habe. Die Frage ob oder inwiefern ich dem aber beruflich nachgehen will, war ich mir sehr unsicher und entschied mich dann, verschiedene Praktika in diese Richtung zu machen. Durch gemeinsame Freunde von Ricarda und mir aus dem Nationalpark Schwarzwald bin ich dann auf die SoLaVie gestoßen.

Was ich alles lernen und erleben durfte

Allem voran bin ich sehr dankbar für die Zeit hier – für die wirklich herzliche Begrüßung eines jeden Mitglieds, das ich kennenlernen, und die vielfältigen Sachen, die ich lernen durfte. Als ich ankam, hatte ich eine leise Vorahnung, was Solidarische Landwirtschaft sein könnte. Während dieses Monats habt ihr diese Vorstellung mit Leben gefüllt und mir die verschiedenen Seiten des Auslebens gezeigt.

Ich durfte beim Aktivenkreis, der AG Anbau sowie der Mitgliederversammlung miterleben, wie ihr als Verein funktioniert, ihr habt mir Einblick gewährt in Diskussionsthemen wie z.B. die diesjährig sehr vollen Erntekörbe und ich durfte die stets fröhliche Truppe aus Anbauteam und Helfenden bei verschiedensten Sachen unterstützen – von Feldsalatjäten bei 28°C restlicher Sommerhitze bis Spinaternten bei Regen und eisigem Nordwind. Ich durfte Traktor fahren, mich an der Broadfork auspowern, Karotten sähen, mit verschiedenen Geräten harken, Auberginen, Tomaten und Paprika aus den Gewächshäusern räumen, Neues pflanzen, beim Wachsen zusehen, die Gemüse durch die Waschmaschine ziehen, den Hubwagen manövrieren, das Gewächshaus hoch- und runterkurbeln, viel leckeres Gemüse ernten und essen, in der Verteilung helfen und Vieles mehr.

Bei dem Allem habe ich nicht nur ganz handfest für mich Neues über Gemüseanbau gelernt, sondern auch eine riesige Wertschätzung für die Arbeit hinter Nahrungsmitteln bekommen. Ich habe viele liebe Menschen kennengelernt, die mich inspiriert haben, mit denen ich spannende Unterhaltungen führen konnte und so jeder Tag wie im Flug verging. Ich habe viel über mich gelernt und bin der Studienwahl ein Stück näher gekommen.

Insbesondere danke ich von Herzen Julia, Ricarda und Benjamin, dass sie mich mit so offenen Armen aufgenommen, mir geduldig jede Frage beantwortet und mir viel Spannendes beigebracht habt. Ihr seid großartige Menschen! Ein riesiges Dankeschön an Regine, Thomas und Maximilian, dass ihr mich so herzlich bei euch aufgenommen und mir wie ein Ersatzzuhause geboten habt. Ich habe mich unglaublich wohl bei euch gefühlt! Außerdem danke ich euch allen, dass ihr Teil dieses wundervollen Wandels seid, ihr das Ganze mit Rat, Tat und finanziell unterstützt und sogar noch mit Kuchen auf dem Acker allen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert!

DANKESCHÖN!

Was ist aus unserem Zukunftstag geworden?

eingetragen in: Aktivenkreis, Entwicklung, Klausurtagung

Ein Ausblick auf 2024

von Marlene

Sowohl die Broschüre zur Vorbereitung des Zukunftstages als auch die Erfahrungen vieler Mitglieder seit unserer Gründungszeit machen deutlich, dass wir mit unserem Projekt sehr viel erreicht haben. Aber es ist – wie unser Gärtner Benjamin es so schön ausdrückt – noch Luft nach oben. Das betrifft weniger die Vielfalt und Fülle unseres Erntekorbes. Obwohl wir über ausreichend Ackerland verfügen, sind Wünsche im Blick auf Obst oder Getreide und Hülsenfrüchte nicht dringend und auch nicht einheitlich. Der Wunsch, unsere Bildungsarbeit stärker auszubauen wird da schon stärker unterstützt. Und gerade das soll nicht nur auf die Schultern unseres Anbau-Teams gelegt werden, sondern aktiver als bisher von Mitgliedern übernommen werden. Auch der Gedanke, gerade diese Arbeit stärker über Fremdgelder/Zuschüsse, zu finanzieren, wurde deutlich unterstützt. In eine andere Richtung gingen Vorschläge, uns insgesamt „unabhängiger“ zu machen. Dabei wurde vor allem an die Weiterentwicklung unseres Bewässerungssystems gedacht und einen Umstieg von fossilen Energien auf erneuerbare Energien. Auch unsere Rolle als Ausprobierer und Vorreiter bei klimagerechtem Öko-Anbau in unserer Region wird von einigen als wichtig angesehen. Und die guten Initiativen in Sachen Schutz von Biodiversität, Humusaufbau und bodenschützende Maßnahmen könnten von unserem Hauptacker auf die anderen ausgeweitet werden.

Relativ deutlich wurde, dass wir sowohl den aktuellen Umfang der Arbeiten also auch Erweiterungen in die eine oder andere Richtung nur mit weiteren Fachkräftestunden bewältigen können. Kurz, wir brauchen eine*n vierte Gärtner*innenstelle. Und genau so wichtig ist es, dass auch das Engagement unserer Mitglieder wächst. Wir machten uns auch Gedanken darüber, wie eine solche 4. Stelle zu finanzieren wäre. Empfohlen wurde, das sowohl über eine Erhöhung des Richtwertes als auch über die Erhöhung der Ernteanteile hinzukriegen. Im Blick auf die Höhe des Richtwerts sahen einige wenige eine rote Linie bei ca. 110 €.

Soweit kurzgefasst der Zukunftstag. Danach machte sich der Aktivenkreis an die Arbeit. In mehreren Besprechungen und weiteren Ideen-Papieren wurde durchaus kontrovers diskutiert und neue Lösungsansätze kamen dazu. Das haben wir am Ende nach einem kreativen Prozess in guter Solavie-Einigkeit beschlossen:

  • Wir suchen für ab 2024 nach einer vierten Fachkraft. Wir haben das Ziel, ohne Erhöhung der Ernteanteile auszukommen.
    Um diese 4te Stelle zu finanzieren, wird nach Ende der Verteiltätigkeit von Monika zum Jahresende das Anbau-Team für die Verteilung mit verantwortlich sein. Wie bisher ist in diesem Bereich aber weiterhin die Unterstützung von uns Mitgliedern notwendig. Die Finanzierung der 4 Stunden Bildungsarbeit pro Woche soll im nächsten Jahr vom Vereinshaushalt übernommen werden und wir machen uns auf die Suche nach gemeinnützig anerkannten Vereinen, mit denen zusammen wir Fördergelder für Bildungsarbeit akquirieren können. Außerdem kann das erweiterte Team einige Arbeiten selber übernehmen, die aktuell von Dienstleistern erledigt werden. Das Team hat auch die Absicht, wieder mehr Gemüsepflanzen selber zu ziehen. Beides erspart uns im nächsten Haushalt ca. 7.000 €.
  • Unsere aktuellen Minijobs sollen weiterhin erhalten bleiben (Heinz, Johanna, Horst und Carlos).
  • SoLaVie als „Mitmachprojekt“ soll stärker ins Bewusstsein gebracht werden. Unser Engagement in Sachen Klima- und Biodiversitätsschutz ist noch wichtiger geworden und jedes Mitglied sollte da voll dahinter stehen und die Aufgaben mit anpacken und die Finanzierung mittragen – je nach den eigenen Möglichkeiten.

Soweit der aktuelle Stand nach den Beratungen im Aktivenkreis. Wie es weiter geht und was bereits in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommt, dazu mehr in einer nächsten Mitglieder-Info.